Die EU-Vape-Steuer verstehen: Ein Überblick
In einem kürzlich geführten Interview mit EURACTIV äußerte sich Johan Nissinen, ein konservatives Mitglied der Europäischen Union aus Schweden, über die Wirksamkeit der nationalen Gesetzgebung im Vergleich zur EU-Gesetzgebung zu Vape-Produkten. Nissinen ist der Meinung, dass jedes Land, das mit einzigartigen Herausforderungen im Zusammenhang mit Tabak konfrontiert ist, seine eigenen Vorschriften umsetzen sollte und erwartet, dass die EU-Steuer für Vape-Produkte strenger und höher sein wird.
Der Aufschwung der Vape-Produkte in Europa
Vape-Produkte und entsprechende Geräte haben in den letzten Jahren in Europa stark an Popularität gewonnen. Dies hat zu einer verstärkten Kontrolle und zu Forderungen nach einer Regulierung geführt, um Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit und der Vermarktung dieser Produkte auszuräumen.
Nationale Gesetzgebung vs. EU-Vape-Gesetzgebung
Nissinen schlägt vor, dass jedes Mitgliedsland die Autonomie haben sollte, nationale Rechtsvorschriften umzusetzen, die auf seine spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen zugeschnitten sind. Er erklärte: "Ich möchte nicht, dass die EU Vorschriften formuliert, die für alle Länder gelten. Jedes Land muss auf seine eigenen Besonderheiten achten". Er fügte hinzu, dass Europa in dieser Frage zu gespalten sei, um die entsprechenden Vorschriften einheitlich zu formulieren.

Verringerung der Schäden: Das Hauptaugenmerk
Das Hauptaugenmerk sollte nach Ansicht von Nissinen auf der Schadensbegrenzung liegen. Die Besteuerung sollte sich an der Schwere des Tabakproblems in jedem Land orientieren. Er betonte, dass Zigaretten, die am schädlichsten sind, am höchsten besteuert werden sollten, was im Idealfall zu einem Rückgang ihres Konsums führen würde.
Revision der EU-Tabakrichtlinie
Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission ihre Richtlinie über Tabakerzeugnisse aus dem Jahr 2014 noch vor Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2024 überarbeiten wird. Es wird erwartet, dass diese Überarbeitung die wachsende Präsenz von Vapes und anderen neuen Tabakerzeugnissen sowie deren Werbung berücksichtigen wird. Nissinen kommentierte: "Ich erwarte, dass die Tabakrichtlinie höhere Steuern auf alle Produkte erheben und strenger sein wird."
Erhitztes Tabakverbot und Gesundheitsprobleme
Am 29. Juni 2022 schlug die Europäische Kommission vor, den Geschmack von erhitztem Tabak in der EU zu verbieten, eine Regelung, die Vapes und E-Liquid nicht betrifft. Stella Kyriakides, die EU-Gesundheitskommissarin, betonte den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs: "Neun von zehn Fällen von Lungenkrebs werden durch Rauchen verursacht." Das Ziel ist es, das Rauchen weniger attraktiv zu machen, um die Gesundheit der Bürger zu schützen und Leben zu retten.
Schutz junger Menschen und Verringerung des Tabakkonsums

Kyriakides fügte hinzu, dass stärkere Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Tabakkonsum einzudämmen und mit dem ständigen Zustrom neuer Produkte auf dem Markt Schritt zu halten, was besonders für den Schutz junger Menschen wichtig ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden und wirksamen Gesetzgebung, die sich nicht nur mit der Vermarktung und dem Konsum von Vape-Produkten befasst, sondern auch die Gesundheit der jungen Generation schützt.
Die EU vape Steuer und die Vorschriften für Vape-Produkte sind komplexe Themen, die einen nuancierten Ansatz erfordern. Während die Europäische Union diese Herausforderungen meistert, liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Schadensbegrenzung, dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Gewährleistung, dass neue Produkte auf dem Markt die Fortschritte bei der Reduzierung des Tabakkonsums und der damit verbundenen Gesundheitsrisiken nicht untergraben. Die anstehenden Überarbeitungen der EU-Tabakrichtlinie wird ein entscheidender Schritt bei der Gestaltung der Zukunft von Vape-Produkten und ihrer Regulierung innerhalb der Europäischen Union sein.